Geschichte

Was für ein Fest: 2018 feiern Bad Abbach und Charbonnières-les-Bains bereits das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft. Seit mehr als einer Generation gedeiht diese Städtepartnerschaft, die von Bürgermeister Emil Karl und seiner französischen Amtskollegin Marie-Claude Reverchon aus der Taufe gehoben und von den Bürgermeistern beider Gemeinden über die Jahrzehnte weitergetragen wurde. Aktuell von Gérard Eymard und Ludwig Wachs.

Der Anstoß – ein Brief aus Frankreich
Dabei begann alles sehr unspektakulär. Jean-Louis Gavat aus Charbonnières-les-Bains hatte 14 deutsche Badeorte in Großstadtnähe mit ähnlicher Größe und Struktur ausgewählt und nach Interesse an einer Partnerschaft gefragt. In Bad Abbach kam der Brief am 20.Juni 1977 an, bei gegenseitigen Besuchen kam man sich menschlich schnell näher und so war es keine Überraschung, dass der Bad Abbacher Marktrat am 20. Dezember 1977 mit 14:0 Stimmen die Partnerschaft mit dem in unmittelbarer Nähe von Lyon liegenden Bade- und Casino-Ort beschloss.

Gründung
Offiziell in die Welt gesetzt wurde „dieses so vorzüglich gediehene Kind“ am 25. Juni 1978 in Bad Abbach mit der Unterzeichnung und Überreichung der Urkunden sowie der Übergabe der Gemeindefahne und des Rathausschlüssels an die Franzosen. Schon am 10. September desselben Jahres erhielten die Bad Abbacher beim Gegenbesuch den Stadtschlüssel und die Fahne des französischen Partners.

Aktivitäten
In der Folgezeit gab es eine Vielzahl von gesellschaftlichen Aktivitäten. Unvergessen sind bis heute das "Große Bierfest” in Charbonnières-les-Bains 1981, das “Weinfest” 1982 in Bad Abbach, das 10-jährige Partnerschaftsjubiläum in Bad Abbach 1988 mit der Einweihung der “Charbonnieres-les-Bains”-Fußgängerbrücke, das 20-jährige Partnerschaftsfest in Charbonnières 1998, die Feier zum 25-jährigen Jubiläum in Bad Abbach, das große Fest zum 30. Geburtstag der Partnerschaft in Charbonnières und ein Fest mit allen Abbacher-Vereinen im Kurpark zum 35-jährigen.

Neben den vielen privaten Kontakten und Freundschaften gibt es seit dem Bestehen der Partnerschaft ein bewährtes Standardprogramm, bei dem die zunehmende Einbindung der Jugend und der jungen Familien besondere Bedeutung hat. Dazu gehören vor allem die im jährlichen Wechsel stattfindenden Fahrten der Jugendlichen und der „Erwachsenen“ in die Partnerstadt, Sprachkurse auf beiden Seiten, Jugendaustauschprogramme, mehrwöchige Berufspraktika, ganzjährige Schüleraustausche und jährliche Treffen der beiden Komitees auf halbem Wege im Breisgau oder Elsass sowie gegenseitige Besuche bei Festen. So beteiligten sich Bürger aus Charbonnières, allen voran das Ehepaar Wind (als König Robert II. von Frankreich mit Gemahlin), am Heinrichsfest im Jahr 2002, beim 1000-jährigen Jubiläum Bad Abbachs im Jahr 2007 sowie am 1000-jährigen Kaiserkrönungsfest Heinrich II. im Jahr 2014, mit einer Gruppe von 20 Teilnehmern am Festumzug.
Abbacher reisen inzwischen jährlich zum großartigen Lichterfest am 8. Dezember in Charbonnières, bzw. Lyon. Im Gegenzug besuchen unsere Freunde regelmäßig Christkindlmärkte in Bad Abbach und Umgebung.
Bei einer Ausstellung zum 250-jährigen Jubiläum der Heilquelle von Charbonnières im September 2008 war Bad Abbach sowohl mit Besuchern als auch mit Exponaten vertreten. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit der Chöre, die inzwischen zu einem weiteren Fixpunkt der Partnerschaft geworden ist.

Traditionell findet mittlerweile jährlich in Charbonnières ein Krautfest und in Abbach ein Beaujolais-Fest statt.

Auszeichnungen
1999 erhielt Bad Abbach das Europadiplom und 2005 die Europafahne, als Lohn für die unermüdlichen Bemühungen den Partnerschaftsgedanken in die Bevölkerung zu tragen. Herrn Oskar Rawinsky († 2012) wurde für sein vielfältiges Engagement das Ehrenbürgerrecht von Charbonnières verliehen, außerdem der Ehrenring des Marktes Bad Abbach zusammen mit Herrn Jacques Wind aus Charbonnières. 2014 erhielt Monika Tamme – Vorsitzende von 2008-2014 – die Ehrenmedaille von Charbonnières aus Händen des Bürgermeisters Gérard Eymard.

Organisation:
In Charbonnières-les-Bains zeichnet von Anfang an ein Komitee für die Pflege der Städteverbrüderung verantwortlich, dem lange Zeit Jean-Louis Gavat, der Initiator und „Vater" der Partnerschaft, vorstand. Ihm folgten als Präsidenten Laurent Dubuy, Adrien Barba, Mme. Françoise Picot und Mme. Françoise Lemaître. Seit sie Charbonnières verließ, führt Benoît Marbach mit viel Elan dieses Amt. Ihm zur Seite arbeiten an vorderster Stelle Patrick Chanay als Generalsekretär, Michel Hernandez als Schatzmeister. Benoît Marbach, Thomas Boisson und Marie-Anne Carbogno liegen in erster Linie die Jugendarbeit am Herzen. Von den vielen weiteren engagierten Charbonnois seien hier genannt: Mme. Marie-Christine Bouchet, Ehepaar Danielle und Jacques Wind, Michel Calard, Gérard Eymard…

In Bad Abbach waren für den Partnerschaftsgedanken zunächst neben der Marktgemeinde die Partnerschaftsreferenten zuständig. Bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1993 versah dieses Amt Arno Seidl-Schulz, anschließend Karl Rauschendorfer. Am 23. Oktober 1998 wurde auch in Bad Abbach ein Komitee, mit Margitta Karl als erster Vorsitzender, ins Leben gerufen. Durch sie und die Ehrenamtlichen bekam die Partnerschaftsidee eine neue Dynamik. Mitglied der ersten Stunde, war die heutige Partnerschaftsbeauftragte, Elfriede Bürckstümmer. Von 2008–2014 war Monika Tamme die hochmotivierte Vorsitzende des Komitees. Dieses Amt übernommen hat Nina Wolf, mit ebenso viel Engagement und Schwung.
Altbewährte Mitglieder, wie der immer präsente Dolmetscher Konrad Bauer, traten „in den Ruhestand“, neue Frankreichliebhaber bringen ihre Ideen ins Komitee ein. 
Es ist unmöglich alle Ehemaligen zu nennen. Lernen Sie auf der Seite „Komiteemitglieder" die heutigen Aktiven kennen.

Begeistert wird der Partnerschaftsgedanke in die nächste Generation weitergetragen. Viele Jugendliche wachsen durch den Jugendaustausch selbstverständlich in die "Partnerschaftsfamilie" hinein. Z. B. Andreas Gimmel und Franziska Sedlmeier.

Unser besonderer Dank gilt der "Dame im Hintergrund", Frau Ingrid Fritsch im Abbacher Rathaus.

von Johann Auer, Oktober 2009, aktualisiert von Monika Tamme 2012 und Manuela Wahode 2018